Das bißchen Haushalt…
… ist ja so eine Sache. So eine Sache, die mich dauernd aus dem Tritt bringt. Irgendwie kann ichs einfach nicht. Und das macht mich dauernd unzufrieden, wenn nicht gar schlechtgewissig.
Wisst Ihr, wie doof das ist, wenn man einerseits total perfektionistisch veranlagt ist, andererseits aber ziemlich bequem? (Stinkend faul klingt so unschön…
) Ja, genau, eine tolle Kombination.
Jedenfalls laufe ich immer durch das Haus, finde hier was, das mich stört, sehe dort Spinnweben, da wuselt ein Rübefellklumpen sanft im Luftzug an mir vorbei. Vom Staub wollen wir ja gar nicht reden. Und die Bügelwäsche. Am besten von der auch nicht.
Und leider winken mir viel zu oft Tätigkeiten, die vieeeeeeel mehr Spaß machen, als die olle Hausarbeit. Obwohl die Hausarbeit schon wirklich befriedigend ist, wenn sie denn erledigt ist. Zumindest für die ersten paar Stunden. Bis dann die ersten Flecken auf dem Küchenboden auftauchen. Dann merke ich wieder, welch unnütze Zeitverschwendung dieses doofe Rumgewische ist, wird doch sowieso alles gleich wieder schmutzig.
Tja, und wenn es dann an der Tür klingelt, dann isses da, das blöde Gefühl. Da schau ich erst mal hektisch um mich, ob man in diesen Saustall überhaupt jemand reinlassen kann. Dann wird auf dem Weg zur Haustür mal schnell noch dies und jenes verschoben oder weggeräumt. Wenn Besuch eingeladen ist, wird vorher immer hektisch geputzt. Wenn die Zeit dazu nicht reicht, wird schnell alles ins Schlafzimmer verbannt, was in den Wohnräumen stört.
Ich frage mich wirklich, wie es diese Sensationshausfrauen machen, bei denen ich zu jeder Tages- oder Nachtzeit klingeln kann, bei denen es IMMER ordentlich und sauber ist. Das verursacht mir Komplexe. Wie machen die das? Putzen die andauernd? Oder rennen die immer mit Wischtuch hinter den Kindern her, um alle Krümel, Tropfen etc. sofort wegzuwischen? Können die überhaupt mal still sitzen, oder müssen die gleich das Staubflöckchen eleminieren, welches sich auf der blankgewienerten Wohnzimmertischglasplatte niedergelassen hat? Außerdem sind mir diese Menschen suspekt, die in ihrer Freizeit wirklich lieber mal eine Schublade auswaschen oder die Küchenfront abledern, als ein Buch zu lesen oder fünfe grade sein zu lassen.
Ich habe ja schon einiges versucht. Tagesweise die Arbeit einzuteilen z.B.. Aber das scheitert definitiv dauernd an meiner Unlust. Und wenn kein Besuch oder dergleichen ansteht, dann ist es ja schließlich auch nicht so dringlich, nicht wahr? Ich werde also sicherlich den Rest meiner Tage ein schlechtes Gewissen wegen meiner unzulänglichen Haushaltsführung haben und bei jedem Türklingeln schnell noch die benutzten Taschentücher in die Hosentasche stecken und die Legos mit dem Fuß zur Seite schieben. Naja. Das bin eben ich. Man könnte es ja als liebenswerte Charakterschwäche verbuchen.


