Frage
Ich hab da mal ne Frage.
Heute morgen war es so, daß durch das Fehlen einer Kollegin meine Arbeitszeit für den heutigen Tag verlängert werden mußte. Dadurch entstand das Problem, daß David nach der Schule unabgemacht ein leeres Haus vorfinden würde, ohne zu wissen, wo ich bin. Außerdem hätte er kein Mittagessen. Also rief ich in der Schule an, um die Sekretärin zu bitten, David auszurichten, er möchte bitte nach der Schule nicht nach Hause sondern zu mir auf die Arbeit zu kommen. Das ist fußläufig problemlos möglich.
Jetzt mußte ich mir von der Dame Schulsekretärin als erstes den Spruch anhören, ich sollte sowas doch vor der Schule mit dem Kind abmachen. Ich erwiderte, daß auf meiner Arbeit eben unvorhergesehene Umstände eingetreten sind, die mein Handeln bedingen, und daß ich das eben vorher nicht habe wissen können.
Daraufhin argumentierte sie, sie könne schließlich nicht dauernd ihren Arbeitsplatz verlassen. Außerdem sei es auch fraglich, ob die die Lehrerin überhaupt träfe und ihr das ausrichten könne. (Um ins Lehrerzimmer zu gelangen muß man auf jeden Fall am Sekretariat vorbei) Meine Frage, ob es nicht möglich sei, der Lehrerin einen Zettel auf den Platz und in ein ggf. vorhandenes Fach zu legen, wurde verneint. Abschließend meinte sie noch, sie würde eben versuchen, daran zu denken, aber sie könne es mir nicht garantieren.
Meine Frage ist jetzt: war ich jetzt unverschämt in meiner Bitte?! Ich meine es geht hier um die Betreuung eines Kindes nach der Schule, das ist doch wichtig, oder?! Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich das David schon gerne selbst erklärt, aber es war nunmal ein Notfall!
Ich sach euch, die v. d. Leyen soll mal die Finger vom vorschulischen Bereich lassen, und sich statt dessen mal um die Grundschulen kümmern! Die Betreuungszeit während der KiGajahre waren absolut luxuriös und für Arbeitnehmer klasse. Aber wenn das Kind erst mal in der Schule ist, dann kommen die ganzen Schwierigkeiten! Da bleibt mir z.B. nur die Wahl zwischen unserer OGS (offene Ganztagsschule), [Vorurteil ein] “da sind dann die Kinder, die von Amts wegen dort hin müssen, weil sie da immer noch besser aufgehoben sind als auf der Straße, dort herrscht Chaos pur” [Vorurteil aus] und eben einer selbst durchorganisierten und geplanten Betreuung. Die allerdings funktioniert nicht wirklich, wenn die Schule dauernd irgendwelche Schultage verkürzt und das nur wenige Tage vorher ankündigt. Das Vorurteil stammt übrigens von einer betroffenen Familie, die dort ihre Kinder wieder abgemeldet haben. Ich wünsche mir unseren Hort zurück, den es aber laut Fr. v. d. Leyen nicht mehr geben darf. DAS war ein anständiges pädagogisches Refugium für Kinder.
So, ich hab Wut auf die Schule, das mußte mal raus.


