Archive for the 'Erstaunliches' Category

Weise

David sagt:

Es gibt Zeitmaschinen, wußtet Ihr das? Jeder Mensch hat sogar eine! Die kann aber nur in die Vergangenheit reisen. Sie ist nämlich in unseren Köpfen. Unser Gehirn ist die Zeitmaschine. Wir können uns doch an die Vergangenheit erinnen, und an die Zukunft nicht!

Se won änd ounli Kommunion

Jou. Da stehn wir jetzt also kurz vor Weihnachten, mitten im Advent, und ich bin vollkommen wuschig gemacht worden von meinen Kommunionmitmüttern, die jetzt schon nach Anzügen und Kleidern für ihre Brut Ausschau halten.

Januar wär ja deeefinitiv viel zu spät, da kricht man doch keine schwarzen Schuhe mehr für die Jungs und überhaupt sind die Läden ja wirklich dünn gesät, in denen man Anzüge kaufen kann und soll es denn überhaupt ein Anzug sein, den man nur einmal anziehen wird oder soll es nicht lieber etwas Legereres sein, was die Blagen auch öfter mal anziehen können, wenns zur Tante zum Besuch geht oder ins Theater oder wie auch immer, bei der Kommunion des Geschwisterkindes haben sie auf jeden Fall Hunderte von Euro ausgegeben für das Kleid und da kann der Zweitgeborene doch jetzt nicht zurückstehen und gebrauchte Klamotten würden sie ja schonmal auf keinen Fall kaufen und naja mal sehen, aber nach Weihnachten, nee, das wäre wirklich ein Problem und aber man weiß ja auch nicht, ob die dann nicht nochmal wachsen oder dicker werden oder was macht man wenn man jetzt die Schuhe kauft und die passen dann im April nicht mehr?!

- Ich stoppe hier mal den Redefluss dreier Mütter, die ich am Dienstag belauschen durfte.

Immerhin bin ich jetzt schonmal soweit, daß ich mir um das Thema Gedanken mache. Also:

Ich glaube, ich möchte einen Anzug für David. Nix sowas mit Kapuze dran oder so, das finde ich entsetzlich. Anzug, Hemd, Krawatte. Weste? Mal sehen.

Was trägt man heute? Einreiher? Zweireiher? Aber ich glaube, Zweireiher kommt nicht in Frage, die gefallen mir nicht, die darf mein Mann schon nicht tragen. *schauder* Soll der Anzug schwarz sein? Anthrazit? Nadelstreifig? Das Hemd darf irgendeine Farbe haben, es muss nicht nur weiß sein. die Krawatte sollte eine echte sein, die der stolze Vater binden soll, keine vorgeknotete zum Zuhaken. Schuhe sollten auf keinen Fall so dicke Dinger sein mit ganz dicken Gummisohlen, no way!

Eben habe ich bei Google “Kommunion Anzug” eingegeben, und als einer der ersten Vorschläge kommt ein Brautmodenladen. Ist klar.

Ich weiß auf jeden Fall, daß ich nicht hier im Ort nach Kleidern schauen gehen werde, ich will nicht, daß David den gleichen Anzug trägt wie jemand anderes… *lol* Doof, oder?

Also, zusammenfassend:

Anzug, dunkel, mit oder ohne Streifen, mit oder ohne Weste, Hemd, Krawatte, Schuhe. Ist das wirklich so schwierig zu besorgen, daß ich das noch VOR Weihnachten erledigt haben sollte??? Wer hat denn damit Erfahrung?

Ungewohnt

Eine verschleierte 200m Läuferin aus Bahrain bietet einen ungewohnten Anblick für meine Augen. Sie sieht aus, als habe sie sich im Stadion geirrt und gehörte eigentlich in eine Eishalle. Bis erstmal kapiert habe, warum sie all dieses langärmelige Zeugs und das Kopfhäubchen trägt… Aber besser spät als nie. ;-)

Und warum soll sie nicht, wenn sie damit glücklich ihren Sport ausüben kann/darf, dann ist es doch gut!

Zeichen des eigenen Alterns

Ich bin jetzt alt. Ist mir soeben klar geworden.

Als ich noch Kind war, war eines meiner verhasstesten Lebensmittel “dicke Bohnen”. Kennt ihr die? Rausgepuhlt aus den großen Schoten? Oder noch ekelhafter, im Glas? Meine Mutter hat die geliebt. Die aß sie richtig gerne. So gekocht in weißer Soße oder so. Als Kind dachte ich immer, daß ich niemals erwachsen werden will, wenn ich sowas essen muss.

Und was war gestern? Da hab ich beim Einkaufen frische dicke Bohnen gesehen. In der Gemüseabteilung. Zum Auspuhlen. Ich muß nicht beschreiben, wie wehmütig-nostalgisch mir ums Herz wurde. Und dass ich grade das letzte bißchen Dicke-Bohnen-Salat esse. Gar nicht mal so unlecker. :wacko:

Projekttag 1

Da das Wetterchen uns ja einen Strich durch sämtliche Ferienplanung gemacht hat, haben wir uns das Projekt:

“Wir renovieren Davids Zimmer und testen dort gleich diese trendy Struktur-Streichputz-Dingsbums-Farbe”

ausgedacht. (Ok, ich wars alleine, Hape mußte leider mithängen)

Jedenfalls habe ich heute das KiZi weitgehend ausgeräumt. Teufel nochmal, is da ein Gelump drin… Dann habe ich den Boden weitgehend abgeklebt. Und mit “Kratzikratzi” angefangen. Olle Tapete ab. Naja, man mußte ja erst mal zur Tapete durchdringen. Da sind nämlich mindestens 5, wenn nicht mehr Farbschichten draufgewesen. Gute alte Erfurt Rauhfaser + 5+ Schichten Farbe = Kratzikratzi.

Ich habs mir aber schrecklicher vorgestellt, als es letztendlich wurde! Wo die Rigipsplatten verspachtelt waren, gings es supi-leicht ab, in recht großen Stücken sogar. An den anderen Stellen mußte man halt erst die Farbschicht mitsamt der oberen Tapetenschicht abkratzen, danach mit superduper Rauhfasertapetensuperstarkablöser tränken, dann ging auch die zweite Tepetenschicht ab. Dank Hape bin ich richtig flott vorangekommen. :heart:

Das Beste war die Decke. Da hatte ich ja wirklich Horror vor. ABER: Da war einer schlau! Und hat wohl grundiert oder sowas! Jedenfalls ging die Deckentapete, die, sofern überhaupt möglich, mit noch mehr Farbe übertüncht war, super leicht ab. In ganzen Riesenbahnen! Schwer wie sonstwas, ein Wunder, daß die nicht von alleine abgekracht ist!

Das ist klasse, wir haben jetzt bis auf eine kurze Wand alles fertig, außer ein paar kleine Fleckchen, die ich morgen nochmal mit Tapetenlöser tränken muss. Ansonsten is das Zimmer Tapetenfrei. Die Wände sind super glatt, das heißt, ich muß nur die Löcher zuspachteln. Die Decke ist auch schön glatt, da kann man einfach so drüber streichen.

Tapezieren werden wir die Decke auf keinen Fall. Pfui Spinne. Weiß und dann fertig.

Also, Stand der Dinge: 80 Prozent der Tapete abgekratzt. Und das an einem halben Tag. Zwischendrin Eisdiele und Fahrrad fahren. Das ist doch ok.

PS: Kind ist ausquartiert, muß im Keller im Gästezimmer schlafen. Mal sehen, wie oft er raufkommt :whistle:

Wie kann man nur?!

Wie, bitte, kann man sich nur einen GANZEN Tag mit Pokemon-Kram beschäftigen? Wie geht das? Wie kann sowas länger als 3 Minuten fesseln???

David macht den ganzen Tag nichts anderes als:

  • Pokemon-Karten anschauen.
  • Pokemon-Karten vorlesen.
  • Pokemon-Karten in ein Karten-Hefthüllen-Sammelordnerdings einsortieren.
  • Pokemon-Karten umsortieren.
  • Pokemon-Seite im Internet durchforsten.
  • Pokemon-Karten im Internet auf der Pokemon-Sammelkartenspiel-Seite anschauen.
  • Pokemon-Karten katalogisieren.
  • Pokemon-Karten, die fehlen, katalogisieren.
  • Pokemon-Karten, die fehlen, nachmalen.
  • nachgemalte Pokemon-Karten in den Sammelordner einsortieren.
  • alle Pokemon-Karten neu umsortieren.

Zwischendrin kommt er zu einem Elter und erklärt genau, welcher Pokemon was kann und aus welcher dreifachen Entwicklungsstufe sich welches neue Pokemon dingst und what the hell ever. Ich verstehe da NIX von. Weniger als nix. Und dann zeigt er noch die neu gemalten Kunstwerke. Volldollomat. Krass.

Ach ja, und dann kommt er noch mindestens dreimal am Tag um gaaaanz nebenbei mal sehnsüchtig anzumerken, wie toll es wäre, wenn er noch ein paar Pokemon-Karten dazu bekommen würde. So ganz unschuldig. Is klar, ne.

Möchte nicht zufällig jemand eine Sammlung loswerden? Hier wär ein dankbarer Abnehmer… ;-)

Geschützt: Beratungsresistenz

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Die Sache mit der Vernunft

Wißt ihr, was ganz toll an einem mittlerweile 7jährigen Kind ist?

Die Vernunft setzt stellenweise ein!

Ja, natürlich nicht immer, es kommt natürlich oft genug noch grober Unfug ans Tageslicht.

Aber. Wenn Menschen ihm auf Vernunftebene etwas erklären, mit richtigen logischen Argumenten ankommen, dann ist die Chance durchaus groß, daß das Kind reagiert und die gewünschte Verhaltensweise an den Tag legt.

Beweise habe ich jetzt sogar einige:

1. Gemüse essen.

Unsere Argumente, und auch die des Zahnarztes und des Kinderarztes waren simpel: er hat jetzt ein Alter erreicht, in dem er Verantwortung für seinen Körper übernehmen muss. Sein Körper braucht für seine Gesundheit Vitamine und dergl., das ist eben im Gemüse enthalten. Der Zahnarzt kam zusätzlich noch mit der Argumentation, daß Zähne auch harte Sachen zerbeißen müssen, um gesund zu bleiben. Wie z.B. bei rohem Obst und Gemüse.

Das Resultat: David isst seit dem Tag seines 7. Geburtstages bei jeder warmen Mahlzeit wie abgesprochen einen Teelöffel voll von der Gemüsebeilage. Er hat jetzt schon Zucchini, Tomatenstücke, Erbsen und Möhren gegessen. Ich bin platt. Mittlerweile verputzt er abends sogar auch noch einen halben Apfel. Ich bin stolz auf ihn, das macht er klasse.

2. Rechtzeitig pieseln.

Nachdem er dauernd “angehalten” hat weil pieseln ja echt nervt und stört und überhaupt, konnten jetzt (hoffentlich) wir und der Kinderarzt überzeugen, daß das nicht gesund ist und der nächtlichen Trockenheit nicht gerade entgegenwirkt. Jetzt trinkt er schön brav am Morgen in der Schule seine komplette Wasserflasche leer, und über den Tag verteilt soviel, daß wir ungefähr auf den erforderlichen l Flüssigkeit kommen und er kann daher so trefflich pieseln wie noch nie… :D

3. Rand vom Brot essen.

Da haben besonders die Argumente der Arzthelferin beim letzten Zahnputztraining geholfen. Seitdem isst er diskussionslos den Rand mit, als hätte er nie etwas anderes gemacht!

Alles in allem ist das total klasse, denn im Moment ist er noch völlig hormonfrei und durchaus bereit, Argumente von Erwachsenen anzuhören und vor allem auch anzunehmen. Das macht vieles irgendwie einfacher. Und es ist wirklich sehr niedlich, wie er ernsthaft das verachtete Gemüse in sich hineinschaufelt, immer mit dem Hintergedanken, daß er seinem Körper damit einen großen Gefallen tut. Und der Widerwillen wird immer kleiner… :D Heute Mittag hat er behauptet, er würde das Gemüse in der Suppe kaum mehr schmecken, wenn er auch noch Reis mit auf den Löffel schaufelt. Und niemand war überraschter ob dieser Erkenntnis als er… ;)

Befremdlich

Befremdlich ist für mich, wenn morgens um 8 (!!!) Uhr das Telefon klingelt, mich aus dem Schlaf reißt, ich Gott sei Dank an der Nummer gleich erkenne, daß es KEIN Familienmitglied ist, also ist da schonmal alles ok. Aber dann empfängt mich am anderen Ende der Leitung überlautes Stimmengewirr in einer Sprache, die ich schlaftrunken nicht einordnen kann. Die Kinderstimme, die mich plötzlich anbrüllt, auch nicht. Immerhin kann ich dem Redestrom einen Namen entnehmen. Aha. Der asiatische Schulfreund von David. Die Kinderstimme endet abrupt, macht eine Pause. Offensichtlich bin ich gerade etwas gefragt worden. Ich habe aber keinen Schimmer, was. Das frage ich dann auch. Was? Ich höre Worte wie “Schwester”, “Geburtstag”, “mitkommen”. Hm. er will wohl seine Schwester mitbringen. Ich murmele “ja, klar, kein Problem”. Aber da ist das Gespräch schon unterbrochen. Befremdlich. Ich wanke wieder zurück in meine Schlafstatt, doch als ich mich gerade wieder eingekuschelt habe, klingelt das gottverdammiche Telefon schon wieder.

Ich dackele wieder zum Apparat, die gleiche Nummer, das gleiche überlaute Stimmengewirr. Diesmal werde ich von einer etwas tieferen Kinderstimme etwas leiser angesprochen und wörtlich gefragt: “wie ist die Hausnummer von David, oder die Ort, oder das Haus wo David wohnt oder die Straße?” Äh. Was jetzt genau. So langsam bahnt sich ein klitzekleines bißchen Ärger den Weg zu meinem Bewußtsein. Ey, du kleines Früchtchen, der mich in den Ferien um acht Uhr morgens aus dem Bett schmeißt, guck doch auf dem Umschlag, da steht Davids komplette Adresse drauf! Immer noch heiser und schlaftrunken antworte ich dennoch überraschend freundlich: “David wohnt in der xxxstraße nummer y, das ist in der Nähe der Schule. Aber die Adresse steht ja auch…” – “auf dem Umschlag” will ich eigentlich sagen, da tuutet mir der Hörer schon wieder entgegen, direkt nachdem ich ein erleuchtetes “aaaaaaaaaah!” gehört habe. Offenbar hat der Knabe gerade die Adresse entdeckt. M-hm.

So im Nachhinein frage ich mich jetzt, ob das beim ersten Telefonat wirklich der Schulfreund war oder etwa dessen Schwester, die gefragt hat, ob sie auch mitkommen darf. Interessant. Hoffentlich hat er nur eine Schwester, sonst wirds mit den Mitgebseln kritisch. ;) Und was zum Geier geht bei denen vor, daß die Eltern um diese Uhrzeit dermaßen laut miteinander reden und kein bißchen Acht geben, daß die Plagen keine rechtschaffenen Langschläfer aus dem Bett schmeißen?!

Egal, jetzt haben wir schon 5 von 8 Zusagen, das wird eine tolle Party! :D Ich freu mich schon drauf!

Sehr gut!

Wenn ich auch sonst gerade sehr schreibfaul und ideenleer bin, schreib ich aber heut mal ganz als stolze Mama:

David brachte heute von der Schule ein “sehr gut” im Diktat mit heim. 0 Fehler. Nach genau 5 1/2 Wochen in der 2. Klasse.

Wow. Ich weiß nicht, ob ich jemals ein Diktat mit 0 Fehlern zurück bekommen habe, ich kann mich nicht erinnern…